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Pestizidrückstände: Alle auf einen Streich
 Heutzutage
werden in der Landwirtschaft mehr und mehr Pestizide eingesetzt, deren
Rückstände mit der herkömmlichen Multimethode nicht mehr ausreichend erfasst
werden können. Dieser Artikel stellt eine neue Methode vor, mit der sich über
150 verschiedene Pestizide und deren Metaboliten in Obst und Gemüse analysieren
lassen - und zwar schnell, zuverlässig und mit wenig
Aufwand.
Normalerweise wurden (und werden)
Pestizidrückstände in Lebensmitteln mit Methoden der Rückstandsanalytik
überwacht, die auf Gaschromatographie in Kombination mit selektiven Detektoren
(z.B. ECD) oder Massenspektrometern beruhen. Viele Pestizide, die mithilfe
dieser Methode leicht zu analysieren waren, werden inzwischen immer weniger
verwendet oder durch Verbindungen mit höherer Wirksamkeit oder besserer
Umweltverträglichkeit ersetzt. Unter diesen modernen Verbindungen sind
etliche entweder nicht für die gaschromatographische Analyse geeignet oder aber
nicht mit den Nachweisgrenzen detektierbar, die den gesetzlich vorgeschriebenen
maximalen Rückstandsmengen entsprechen (unterer ppb-Bereich). Mehr und mehr
Verbindungen müssen daher mittels spezieller Verfahren gesondert analysiert
werden, woraus übermäßig lange Analysedauern mit hohen Personal- und
Materialkosten resultieren. Unter Nutzung der Selektivität der
Triple-Quadrupol-Massenspektrometrie (GC- und LC-MS/MS) in Verbindung mit dem
neu entwickelten "quick-easy-cheap-effective-rugged-and-safe"-
(QuEChers)-Extraktionsverfahren ist es gelungen, eine Multimethode für die
routinemäßige Überwachung von Pestiziden in Höhe von bzw. unterhalb der in UK/EU
gesetzlich vorgeschriebenen maximalen Rückstandsmengen zu entwickeln.
Neues
Extraktionsverfahren Die hier vorgestellte Methode wurde in Übereinstimmung
mit den EU-Richtlinien der Qualitätskontrolle für Pestizid-Rückstandsanalytik
validiert und verfügt über eine gute Wiederfindung und Reproduzierbarkeit von
über 150 Pestiziden und Metaboliten in fast allen Obst- und Gemüsearten. Die von
Anastassiades et al. entwickelte QuEChERS-Methode gestaltet sich wie
folgt: -Quick: Ein einziger Laborant kann zehn fertige GC/LC Proben in
weniger als einer Stunde vorbereiten. -Easy: Die Probenvorbereitung wurde
wesentlich vereinfacht. -Cheap: Selbst bei Mahlung unter Trockeneis belaufen
sich die Materialkosten pro Probe auf unter einen Euro. -Effective: Sehr gute
Wiederfindungsraten für fast alle Pestizide. -Rugged: Die Methode kann nach
einer kurzen Einarbeitungszeit reproduzierbar nachgearbeitet werden. -Safe:
Bei diesem Verfahren lässt sich der Lösungsmittelverbrauch um bis zu 90 Porzent
verringern.
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Methode als Kompromiss Eine Extraktionsmethode für die
Multi-Pestizidrückstandsanalyse ist naturgemäß ein Kompromiss. Drei miteinander
einhergehende Wechselwirkungen müssen beachtet werden: die zwischen
Adsorptionsmittel und Analyt, zwischen Adsorptionsmittel und Matrix sowie
zwischen Matrix und Analyt. In der Multi-Pestizidrückstandsanalyse hat sich
Bondesil PSA als ein Adsorptionsmittel erwiesen, welches viele störende
Matrixkomponenten binden kann, ohne die Extraxtionseffizienz negativ zu
beeinflussen. Die QuEChERS-Methode nutzt ein dispersives Extraktionsverfahren
mit Varian Bondesil PSA. Die Reinigung basiert auf: -Polar: primäre
Wechselwirkung -Anionenaustausch: primäre Wechselwirkung -Chelatbildner:
primäre Wechselwirkung -Unpolar: sekundäre
Wechselwirkung -Kationaustausch: Silanolgruppen-Wechselwirkung Die gesamte
Liste der mit dem Varian 1200 GC/MS/MS analysierten Pestizide ist in Tabelle 2
dargestellt.
Validierung für GC
und LC Der QuEChERS-Extrakt läuft gleichzeitig sowohl auf dem Varian 1200
GC/MS/MS als auch auf dem 1200L LC/MS/MS System im "multi-channel selective
reaction monitoring"- (MRM)-Modus. Precursor-Product-Ionen- Übergänge wurden
unter dem Aspekt optimaler Selektivität und Empfindlichkeit gewählt. Die
analytischen Parameter und Ergebnisse von Validierungsstudien für 32
repräsentative Pestizide sind in Tabelle 3 aufgeführt, die ebenfalls im Internet
heruntergeladen werden kann (siehe InfoClick-Kasten am Ende des Artikels).
Typische (GC/MS/MS) Kalibrierungskurven sind in Abbildung 4 dargestellt. Weitere
Informationen über LC/MS/MS-Methoden und Studien sind in einem gesonderten
Applikationsbericht erhältlich. Routinequantifizierung wird mittels einer
Vier-Punkt-Kalibrierung nach dem internen Standardverfahren (deuteriertes
Atrazin) durchgeführt. Linearität für alle Verbindungen ist in Matrix und für
einen Konzentrationsbereich von 5 bis 1000 mg/kg gegegben. Die Wiederfindungen
wurden in fünf repräsentativen Matrizes bestimmt, die so ausgewählt wurden, dass
sie eine möglichst breite Palette von Obst- und Gemüsesorten wiederspiegeln.
Wiederfindungsraten wurden bei einer Konzentration von 10 mg/kg und 100 mg/kg
bestimmt.
Zusammenfassung Die Verwendung der Triple-Quadrupol-
Massenspektrometrie, Varian-FactorFour Säulen und der
QuEChERS-Extraktionstechnik hat sich als praktische und zuverlässige Methode
erwiesen, um den heutigen Ansprüchen der Spurenanalyse von Pestiziden in
Lebensmitteln und Gemüse zu genügen. Die Methode wurde in Übereinstimmung mit
den EU-Richtlinien der Qualitätskontrolle validiert und ist nach ISO 17025 für
die Pestizidrückstandsanalyse akkreditiert. Sie bietet eine gute
Wiederfindung und Reproduzierbarkeit für über 150 Pestizide und Metaboliten in
einer großen Palette von Obst- und Gemüsematrizes. Das Multiple Reaction
Monitoring (MRM) ist die Methode der Wahl für die Bestimmung von geringen Spuren
in komplexen Matrizes wie ökologischen Proben (Wasser, Sedimente, Böden) und
Nahrungsmittelproben (Obst, Gemüse und Molkereiprodukten). MRM bietet hohe
Selektivität für die Matrixentfernung und den direkten Nachweis der
Verbindungen. Durch diese Arbeit wurde gezeigt, dass das Varian 1200 System sehr
gut für die Analyse von flüchtigen und nichtflüchtigen Pestizidklassen geeignet
ist.
Die Untersuchungen im vorliegenden Beitrag wurden u.a. mit
einem Varian Triple-Quadrupol 1200L LC/MS/MS durchgeführt
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